BAAL (2010)

 

Wenn man ihn feiert, will er seine Ruhe. Wenn einer sein Freund ist, enttäuscht er ihn. Wenn er Arbeit hat, geht er nicht hin. Wenn eine Frau ihn liebt, schickt er sie fort. Aber wenn er allein ist, heult er wie ein Kind. Keiner bekommt Baal zu fassen. Samuel Weiss geht als Regisseur mit einer ganzen Schauspielklasse auf die Jagd. Denn indem man Baals verführerische Vielgestalt ernst und wörtlich nimmt, kann man ihn vielleicht doch halten. Ein Lied, einen Kuss, eine Ohrfeige lang.

Eine Produktion der Theaterakademie Hamburg in Zusammenarbeit mit dem deutschen Schauspielhaus. mit Pina Bergemann, Benedikt Greiner, Rüdiger Hauffe, Arash Marandi, wiebke mollenhauer, anton pleva, Marie Seiser, lisa stiegler sowie lukas holzhausen. "baal" wurde auch im rahmen des festivals himmel auf zeit aufgeführt.

beim theatertreffen deutschsprachiger schauspielstudierender 2010 wurde die ensemble-leistung mit dem max-reinhardt-preis ausgezeichnet.

 

fotos von Oliver Fantitsch

 

hamburger abendblatt (28.06.10)

"Baal" war der favorit beim 21. theatertreffen deutschsprachiger schauspielstudenten in leipzig. mit der brecht-inszenierung von samuel weiss landete der dritte jahrgang der hamburger theaterakademie im wettbewerb zur förderung des schauspielnachwuchses an der hochschule für musik und theater "felix-mendelssohn bartholdy" einen volltreffer.
obwohl die konkurrenz stark war, behauptete sich der hamburger schauspielnachwuchs gegen 18 konkurrenten souverän. die studenten zeigten in ihrer mit dem schauspielhaus koproduzierten abschlussproduktion, wie mehrere kunstuniversitäten auch, eine inszenierung mit betont chorischen elementen und rollen, die von einem darsteller zum nächsten gegeben wurden. sie profilierten sich dabei durch eine glaubwürdige, aufeinander eingespielte, großartige ensemble-leistung.
die vielstimmig dargestellte und auch in liedern wunderbar harmonisch gesungene suche nach den ekelhaften und liebenswerten charakter-facetten des "baal" begeisterte publikum wie fachjury. die juroren vergaben den max-reinhardt-preis des österreichischen bundesministers für kultur, die mit 10 000 euro am höchsten dotierte auszeichnung für ensembles, an die acht jungen schauspieler. sie lobten das amüsante und clevere spiel mit männer- und frauenbildern und befanden: "das war in unseren augen ohne lange diskussion die kompletteste, geschlossenste, freieste, schönste aufführung dieser woche.

 

taz (07.05.10)

"im fußball wäre der abend ein 4:0-erfolg. dank optischer überlegenheit, aber auch dank leidenschaft, teamgeist und technik."

 

hamburger abendblatt (17.04.10)

„Die vor Spiellust sprühenden Akteure entwerfen in den prallen Körpertheater-Bildern das aus (oft widersprüchlichen) Einzel-Ichs zusammengesetzte Mosaik einer modernen multiplen Persönlichkeit. (…) Sogar im Pausenfoyer liefern sie sich eine tolle Sauf- und Rauf-Orgie, brillieren in den Einzelauftritten wie auch als perfekt eingespieltes Ensemble. Die glänzende Aufführung sollte man sich nicht entgehen lassen.“

 

kreiszeitung syke (23.03.10)

"die szenische umsetzung durch das darstellerische personal zeugt derweil von dem hohen ausbildungsniveau der theaterakademie: wenn das die bühnenkunst der zukunft ist, muss einem um das deutschsprachige schauspiel nicht bange sein."

 

die auswärtige presse e.v. (23.03.10)

„Ein Wahnsinnsabend im Malersaal: Da hat der (im allerbesten Sinne) verrückte Regisseur Samuel Weiss, die (…) Lebensangst-Parabel „Baal“ durch den Fleischwolf seiner szenischen Phantasie gedreht, die Rollen mit acht Hochbegabten der Theaterakademie Hamburg besetzt, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und in denen – deutlich sichtbar – die Flamme der Begeisterung für ihren zukünftigen Beruf nachgerade lodert. (…) Hier jedenfalls, im Schauspielhaus-Malersaal, zeigten die acht Nachwuchs-Menschen-Darsteller Spitzenleistungen, die Ihresgleichen suchen!“

 

 

bild (22.03.2010)

"großes theater, sogar in der pause. so aufregend, so originell kann theater sein. ohne große stars. nur auf kleiner bühne. sonnabend hatte "baal" premiere im malersaal des schauspielhauses. das besondere: brechts saftiges stück über einen selbstherrlichen aber nur mäßig erfolgreichen dichter bringen acht theaterstudenten auf den beton (bretter gibt`s nicht auf der zweitbühne). und dieser spielwütige bühnennachwuchs liefert einen völlig großartigen, ideenprallen theaterabend ab. (...) auf keinen fall verpassen, hier gibt`s theaternachwuchs in weltklasse-spielfreude."

 

die welt (22.03.2010)

"(Die acht angehenden schauspieler werfen) sich mit einer solchen vorbehaltlosigkeit in ihre rollen, zeigen zudem so viel individualität selbst im chorischen miteinander, dass es einfach spaß macht, ihnen zuzuschauen."

 

schleswig-holsteinischer zeitungsverlag (22.03.2010)

"zusammen mit schauspielstudenten der theaterakademie hamburg hat (samuel weiss) sich "baal" vorgenommen und diesen brocken unverkrampft, voller leichtigkeit und witz im malersaal des schauspielhauses präsentiert. (...) so bekommen weiss und sein ensemble baals geschichte vom aufstieg bis zu dessen kläglichem tod in den griff und den zuschauer auf ihre seite. applaus!"

  

hamburger abendblatt (22.03.10)

„Kaum haben die anfangs im Publikum sitzenden Spieler die Seite gewechselt, machen sie die Zuschauer von der Malersaal-Bühne aus mit „Baal“-Tiraden an. Um dann für zwei tolle Theaterstunden singend und spielend richtig die Sau raus zulassen. (…) Eine nackte Bühne auf der Bühne für die Bewährungsprobe. Die acht Spieler bestehen sie glänzend und ernten begeisterten Beifall.“