Lieber philoktet, wir haben dich ins exil geschickt. heute brauchen wir dich wieder. komm mit uns, opfere dich noch einmal, wir werden es dir danken. dein hass kann nicht mehr wert sein als unser leben. dein odysseus.
"philoktet - mein hass gehört mir" nach heiner müller ist eine veranstaltung im rahmen der studienprojekte der theaterakademie hamburg mit dem titel "das beklemmende ist nicht, dass wir aus den räumen geworfen wurden, sondern dass wir uns so allein fühlen." die reihe wird auf kampnagel hamburg zur aufführung gebracht.
mit - isabell giebeler (odysseus), benedikt greiner (philoktet), wiebke mollenhauer (neoptolemos), natalia rudziewicz (helka, die wunde) und jakob leo stark (stolos, die rüstung) regie - christopher rüping bühne - jonathan mertz kostüm - marlene dechau dramaturgie - christoph macha
kaltstart festivalzeitung (19.07.10)
"Philoktet ist eine der Inszenierungen des Festivals, die in Erinnerung bleiben werden, weil sie es vermag, einen tragischen Bühnen-Konflikt zu unserem privaten Konflikt werden lassen, weil sie ein neues, intuitiv erfahrbares Bild findet für eine alte Geschichte. Und weil sie diese Geschichte nicht nur erzählt, sondern den Zuschauern einschreibt, sie in diese Geschichte hinein zwingt."
"theater kann ganz großes kino sein - in den neuen projekten der hamburger theaterakademie werden die zuschauer von allen seiten umspielt (...) beeindruckend war "philoktet - mein hass gehört mir" von christopher rüping in der textfassung von heiner müller. (...) beide regiearbeiten zeigten zugleich mit schon verblüffender deutlichkeit, dass eine stringente führung und eine konzentration auf den kern des zu erzählenden auch im bühnenbild (martina mahlknecht, jonathan mertz) die ausgeschickten darsteller fast automatisch vom ersten moment an zu schauspielerischen höchstleistungen anspornen und ihnen anhaltende sicherheit geben."